Dornröschen

-der Geschwister Martina und Gruber-


Vor Zeiten gab es in Germanien ein kleines emanzipiertes Königinnenreich. Es war so klein, dass nur die Einwohner selbst von der Existenz wussten. Dieses Königinnenreich besaß eigentlich keinen Namen bis in diesen ein Märchen geschah und so setzte man aus den Buchstaben zweier Namen die Bezeichnung des kleinen Reichs zusammen: „Amkienja“.

-So erzähl ich euch heute hier dies besondre Märchen von Dornröschen-

Es war einmal im emanzipierten Königinnenreich zwei Königinnen Nessi und Vanessa. So sprachen sie jed Tag davon, dass sie gern ein Kind hätten: „Ach, wenn wir doch ein Kind hätten. Ein besonderes Kind, dass voller Liebe strahlt, voller Freude ist.“ „Ein Menschlein, das das Königinnenreich noch mehr erhellt, erstrahlen lässt mit jeder Pore ihres Seins.“
Die Zeit verstrich vor sich hin und sie redeten immer noch jed Tag im Jahr vom gewünschten Kindlein.

Doch eines Tags, da trug es sich zu, dass Königin Nessi am königlichem Brunnen saß, der sich im Hofe des einzigartigen Schlosses sich befand. So saß sie da am Brunnenrande und eine leichte Brise ließ die Haare schweben, das Kleid für sich flattern. Als sie so in den Brunnen sah, hüpfte ein Frosch aus diesen heraus. Die Königin erschrak für einen Moment und betrachtete dann dieses Wesen. „Was blicktest du auf mich? So bin ich ein Wesen wie deines Gleichen.“ „Du kannst sprechen?“, fragte die Königin Nessi erstaunt. „Vernehmens deine Ohren nicht? Martina, dies soll der Name sein mit dem du mich benennen kannst.“ Ein kurzer Moment der Stille trat ein, wurde dann aber sofort wieder unterbrochen: „So fand ich her in euer Königinnenreich. Vernahm Wunsche aus deinen Augen. Dies Wunsch so soll erfüllt sein euch, denn voller Klarheit strahlt er mir entgegen. Ehe ein Jahr vergeht, wird euch eine Tochter gebracht.“ Mit diesen Worten beendete die Anwesenheit einer selbst und ließ die staunende Königin zurück. Nach einem Momente lief Königin schnellen Schrittes voller Freude zu Königin Vanessa und verkündete dies freudige Nachricht.

An einem wunderschönen Tage, so klopfte jemand an das Tor des Schlosses. Eine der Königin begab sich persönlich zum Tore und sah ein Kindlein im Korbe liegen. Ein Schreiben befand sich neben dem Kind, in dem Stand:

„Gesegnet sei dies Kind. So gehöre es euch und liebet es, dies Gottes Geschenk…“
So ward es geschehen, dass das Königinnenreich eine Prinzessin bekam. Die Freude ward groß bei allen im Reiche und so wurd ein Fest gefeiert zu Ehren des Kinds. Verwandte, Freunde und Bekannte ladeten sie zum Feste, aber auch die weisen Frauen des Reichs, damit sie dem Kind hold und gewogen wären. Da ein Platze fehlte, musste eine der Weise namens Gesinda zu Hause bleiben.

Das Fest ward mit aller Pracht gefeiert. Schneewittchen, die sich nach ihrer Scheidung von ihrem Prinze sich hier im Reich niedergelassen hatte, feierte mehr als ausgelassen. Rapunzel fand vor der Feier keinen Friseur und so stolperten einige Gäste über dessen Haar. In Mitten des Festes ließen die Königinnen den Hofnarr von Gess kommen um die Leute noch mehr zu Belustigen. Die Freud ward groß bei diesem Anblick. Worte voller dummer Freude flossen aus dem Munde, tanzte zu den „Hinterhof Jungen“, und stellte vieles an. Während dies so vor sich ging, wurden Tomaten an jed Gast gegeben und am Ende dieses Auftritts, wie es Brauch war, Hofnarr von Gess damit beworfen.

Als das Fest zu Ende ging, wurd von den Dienerinnen Ännchen und Jessabel, die Prinzessin hereingebracht, die wie die Sonne strahlte. Die weisen Frauen beschenkten das Kind mit ihren Wundergaben. Die eine, Katrin, beschenkte sie mit Tugend. Die zweite, Miri, mit Freude und Glück im Leben. Die dritte namens Imkarella beschenkte sie mit Freundschaft und Liebe. Nachdem die 3 weise Frauen dies gemacht hatte, folgten ein paar weitere Gäste die die Prinzessin begrüßten. Schneewittchen, schon etwas angetrunken, Rapunzel mit ihrem langem Haar, die Cousine der Königinnen Hannelore von Imke, Anja-Anne von Imke-Tal und viele mehr begrüßten das Kind und wünschten ihr alles Gute im Leben.

Da trat plötzlich die weise Frau Gesinda in den Saal für die kein Platze mehr übrig ward und wollte sich dafür rächen. Voller Jähzorn und Wut ging sie schnellen Schrittes an den Gästen vorbei und erhob laut ihre Stimme: „Die Königstochter soll in ihrem sechzehnten Lebensjahr sich an einer Spindel stechen und tot hinfallen!“. Ohne ein weiteres Wort und kein Blick auf die Menschen richtend, kehrte sie sich um und verließ den Saal.

Alle waren zutiefst erschrocken. Einige Verwandte und Bekannte fielen in Ohnmacht, nicht mal bei dem Auftritt der „Hinterhof Jungen“ war dies geschehen. Hysterische Schreie durchzogen den Raum und Panik trat auf. Da trat Martini hervor zum Kinde und verkündete ihren Wunsch. Sie konnte zwar den bösen Spruch nicht aufheben, aber sie konnte ihn mildern: „So solls kein Tod sein für dich Prinzessin, sondern nur ein hunderjähriger tiefer Schlaf für dich und deiner Sinne.“

Sofort wurd verkündete im ganzem Reiche, dass alle Spindeln verbrannt werden sollen und dass jeder, der dies nicht erledigte zusammen mit der verrücktesten Fragestellerin des Landes eingesperrt werde. Damit wollten die Königinnen das liebe Kind vor dem Unglück bewahren.
An dem Mädchen wurden die Gaben der weisen Frauen sämtlich erfüllt. Die wunderschöne Prinzessin, voller Liebe und Wärme, war mit einem ganz besonderen Menschen gesegnet. Ihrer Freundin Anja. Dies Freundschaft ward erfüllt mit Glück und Freude. Bei dem Anblick von Prinzessin Imke, so gab man ihr den Namen, so musste man die gern haben. Aber die einzigartige Verbundenheit zwischen der Prinzessin und Anja war etwas, was sich jed Mensch wünschte.

An einem Tage, an dem ein Fest des heiligen Hasen gefeiert wurde, so ward Prinzessin sechzehn Jahr alt. Wie es brauch ward, wurden Eier gesucht und jeder der eins fand bekam dafür ein Geschenk. So suchte die Prinzessin in allen Räumlichkeiten, bestieg sogar die Wendeltreppe zum Turm hinauf. Die kleine Türe war immer verschlossen, doch heute steckte ein rostiger Schlüssel im Schloss. Als die Prinzessin ihn umdrehte, sprang die Türe auf. Erschrocken sah sie da in einem kleinen Stübchen eine alte Frau mit einer Spindel sitzen.

„Guten Tag, du altes Mütterchen“, sprach die Königstochter, „was machst du da?“

„Ich spinne Flachs“, antwortete die Alte.

„Solch Ding, das hab ich noch nie gesehen. So lasset mich doch bitte es auch einmal versuchen“, sagte die Prinzessin. In dem Augenblick traten ihre Cousinen Katrin-Ella und Jessoline in das Stübchen und warnten die Königstochter, dies nicht zu tun, weil sie von dem Fluch wussten. Doch kaum hatte sie aber die Spindel angerührt, so ging der Zauberspruch in Erfüllung und sie stach sich damit in ihren langen zerbrechlich wirkenden Finger.

In dem Augenblicke, wo sie den Stich empfand, fiel Prinzessin Imke auf das Bette nieder, das da stand und lag in einem tiefen Schlaf. Mit schnellem Schritte wollten die Cousinen noch die Königinnen benachrichtigen, aber der ganze Schlaf verbreitete sich über das ganze Schloss. Die Königinnen, die Verwandten die zu Gast waren, die Dienerinnen, alles schlief. Sogar die Tiere. Nicht einmal ein Windchen wehte mehr.

Rings um das Schloss aber begann eine Dornenhecke zu wachsen. Jedes Jahr wuchs sie höher bis dann das ganze Schloss damit umzogen war.
Freundin Anja, auf Reisen im fernen Lande, erfuhr erst etliche Jahre später was geschah. So reitete sie auf hohem Ross wieder zurück in ihre Heimat und zum Schloss. Mit einem Küchenmesser bewaffnet drang sie bis ins Schloss vor. Sie schnitt sich ihren Weg dorthin mühsam zusammen und blutete schon sehr von den Wunden. Aber diesen Schmerz nahm Anja nicht wahr, sie hatte nur den Gedanken an ihre Freundin gerichtet. Beim Betreten blickte Anja auf all die Menschen die schliefen, all die Tiere die schliefen. Schnell begann sie nach Prinzessin Imke zu suchen, durchsuchte alle Räumlichkeiten bis sie am Turm ankam. Dort sah sie die Prinzessin tiefschlafend im Bette liegen. „So ward sie gefangen im geistlichen Raume. Vermisste dich schon auf meinen Reisen, doch nun soll es zu Ende sein? Auch wenn ich um dich kämpfen müsse, so bleib ich hier und wache über dich“, sprach Anja. Sie versuchte alles um die Königstochter zu wecken. Tagelang, Wochenlang. Dann setzte sie sich ans Bett und sprach: „Mein Leben war erfüllt voll Freude, voller Glück als ich dich kannte. Deine rehbraunen Augen glänzend im Lichte, ich erinner mich. Welch schöne Zeit. Nichts half um dich zu retten aus dem Schlafe. So denk ich an die Zeit wies war und erfreue mich an den Erinnerungen. Auch jetzt ist mein Leben voller Glück, einen Menschen wie dich gekannt zu haben…“, sagte Anja zu der schlafenden Prinzessin Imke. Eine Träne, wie eine Perle klar und rein, fiel auf die Königstochter und als dies geschah, öffnete sie die ihre tiefverzaubernden Augen. Voller Freude sahen sich beide an und umarmten sich aufs herzlichste. Im Augenblicke, als Prinzessin erwachte, so erwachte auch das ganze Schloss wieder und ward voller Leben.

Alle versammelten sich im großem Saal um das Glück miteinander zu teilen. Voller Freude feierten sie dies Geschehen des Erwachens. Jessinka stimmte mit ihren Freunden Musik ein, Schneewittchen betrank sich schon wieder sinnlos mit dem ersten Caipirinha der erfunden wurde. Rapunzel ließ sich eine hochmoderne Kurzhaar-Frisur schneiden und alle ließen es krachen bis in die tiefen Morgenstunden. Die Dienerinnen waren währenddessen damit beschäftigt die mehr als fauligen Eier einzusammeln und das Schloss von Staub zu reinigen.

Einige feierten sogar Monatelange, bis sie auch in einen Schlaf fielen, der nie zu enden schien. Andere hatten den Kater ihres Lebens.

-So was war geschehen aus dem alten Mütterchen in der Stube?-

Das alte Mütterchen wurde noch älter als sie schon war und versteckte sich im Königinnenreiche. Nach dem alle gefeiert hatten wurde die alte Frau in einem Schweinestall gefunden und wie zu Befehl mit der nervigsten Fragestellerin des Reiches zusammengesperrt, weil sie ihre Spindel nicht verbrannte und es dann auch noch zuließ, dass sich die Prinzessin stach.

-So ist dies eine alte Frau und sie einzusperren wäre in diesem Alter keine noble Geste?-

Es stellte sich heraus, dass die Alte gern viel redete und so genoss sie sogar ihre letzte Zeit auf Erden mit jemand reden zu können.

 

Erfreue dich an den Menschen und schätze die Freundschaft

 

Ich wurde nicht dazu gezwungen dies hier zu schreiben. Keine Anja der Welt hat mich eingekerkert um das hier zu tun.
Aus freien Willen.

Unentgeltlich erstellt am 21. Jänner 2006

Die Geschwister Martina und Gruber

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