Imkröschen

~der Schwestern Martina und Gruber~

Es war einmal ein Mädchen namens Anja, dass wünschte sich so sehr einen Menschen, den sie mit vollem Herzen gern haben kann. Einen Wunsch, jemanden zu haben, zu kennen, der anders war als alle anderen. Das Königreich schien so voll Menschen zu sein, die entweder voller Schlechtigkeit waren oder sie waren voller Normalität, keine Besonderheit in ihrem Handeln, Tun, in ihrem Sein. Doch weit und breit war niemand zu sehen, der ihren Wünschen ähneln würde.

Da trug es sich eines Tages zu, als sie die Wäsche im Hofbrunnen reinigte, dass ein Frosch aus dem Brunnen sprang. Das Mädchen bestaunte dieses außergewöhnlich aussehende Geschöpf, denn dieser Frosch hatte lange rote Haare. So fragte das wünschende Mädchen: „So wer bist du, ist mir dein Name schon bekannt? Wenn nein so spricht doch zu mir, mein kleiner Besucher.“ Sie erwartete eigentlich keine Antwort, aber sie wurde überrascht: „Martina sei mein Name in deinen Ohren. Ich vernehm in deinen Augen einen Wunsch, der voller Größe und Reinheit sich zeigt. So soll erfüllt sein dieser und ehe ein Jahr vergeht, wirst du’s sehen.“ Genauso schnell wie der Frosch gekommen, so schnell war er auch wieder im Brunnen verschwunden und das Mädchen stand noch voller Erstauntheit im Hofe. Doch als sie begriff was war geschehen, erfreute sie sich über eine solche Nachricht.

Was der Frosch gesagt hatte, das geschah. Die Tochter der Königin Vanessa, deren Gatte vor kurzem verstorben war, Prinzessin Imke besuchte das Dorf in dem das Mädchen Anja lebte. Als sie das Dorf durchquerte und all die Bewohner ihr unterwürfig waren, wurde sie von Langeweile angesteckt. Diese Menschen waren keine Besonderheit für sie. Sie empfand sie nicht für schlecht, aber solch Menschen hatte sie bei Hofe schon genug und sie war hier um Neues zu vernehmen. Da sah sie am Brunnen ein Mädchen mit braunem Haar. Anja, begrüßte die Prinzessin aufs herzlichste und hieß sie im Dorf willkommen. Für einen kurzen stillen Moment sahen sie sich tief in die Augen und es wurde ihnen klar, dass das was sie schon vernommen hatten voneinander wahr ist. Etwas Besonderes schien zwischen ihnen zu sein und so war es dann auch.

Auf einem Fest am Hofe, lud die wunderschöne Prinzessin das Mädchen ein, das sie so lieb gewonnen hatte durch ihre besondere, liebevolle Art. Es sollte dies gefeiert werden, dass sie sich gefunden hatten. Anja wurde von den Damen der Prinzessin eingekleidet und verwöhnt, so wie es das Mädchen noch nie erlebt hatte.

Nach Stunden waren beide fertig und betraten gemeinsam den königlichen Saal. Wunderschön waren sie anzusehen und die Menschen im Saal vernahmen die zwei Damen mit großen Augen. „Wunderschön“, „Bezaubernd“, „Hinreißend“ flüsterten die Leute im Raume und bewunderten die Prinzessin und Anja weiterhin.

Königin Vanessa rief nach ein paar Tänzen Hofnarr von Gess in den Saal zur Belustigung aller Leute. Eine Freude für alle wurde der Auftritt. Die Prinzessin und Anja amüsierten sich prächtig und lachten viel zusammen. Der Abend war eine Freude für jeden Anwesenden.

Dann war es soweit. Prinzessin hatte vorbereitet, dass die 3 weisesten Frauen des Königreiches dem Mädchen ihre Wundergaben überbrachten. Die erste Frau trug den Namen Katrin und überbrachte ihr Reichtum. Eine jüngere Frau namens Jessi schenkte ihr und der Prinzessin ewige Freundschaft. Dritte, ewige Verbundenheit. Voller Glück strahlten die Gesichter von dem bezaubernden Mädchen und der ebenso bezaubernden Prinzessin.

Doch nach wenigen Momenten schlich sich eine vierte Frau in den gefüllten Saal. Da kein güldener Sessel mehr für eine vierte weise Frau sich im Hause befand, wurde sie nicht eingeladen. Gesine so war ihr Name und sie war voller Rache. Mitten im Saale schrie sie laut auf und verkündete: „So soll dies Freundschaft zerbrechen am 39. Geburtstag der Prinzessin. Stechen soll sich die Prinzessin an einer Spindel und tot hinfallen.“ Und ohne ein Wort weiter zu sprechen kehrte sie sich um und verließ den Saal.

Alle waren erschrocken, besonders Prinzessin Imke und das Mädchen. Schnell herbei wurd eine weitere weise Frau aus dem Lande herbeigebracht. Da diese den bösen Spruch nicht aufheben, sondern nur mildern konnte, so sagte sie: „Es soll aber kein Tod sein, sondern ein hundertjähriger Schlaf, in welchen die Prinzessin fällt“.

Nach dem Feste ließ die Königin den Befehl ausgehen, alle Spindeln in ganzem Königreiche zu verbrennen, denn sie wollte das Glück der Freundschaft ihrer Tochter bewahren. An den beiden wurden die Gaben der weisen Frauen sämtlich erfüllt. Das Mädchen wurde reich und die Freundschaft der beiden schien unzertrennlich. Voller Besonderheit war diese, eine wundervolle, einzigartige Verbundenheit. Seit dem ersten Augenblick in dem sie sich sahen, konnte es nicht anders sein, als das sie sich lieb haben mussten. Es geschah, dass an dem Tage, wo Prinzessin gerade neununddreißig Jahre alt wurd, dass ein großes Fest zu Ehren der schönen Prinzessin veranstaltet wurde. Für einen kurzen Moment schlich sich die Prinzessin mit Anja aus dem Saale und Prinzessin wollte Anja Räumlichkeiten zeigen, die sie selbst noch nicht betreten hatte. So kamen sie auch im Turm an. Eine kleine Tür mit Schloss war vor ihnen, doch diesmal war im Schloss ein rostiger Schlüssel. Voller Neugier drehten sie diesen um und das Schloss sprang auf, und da saß in einem kleinen Stübchen eine alte Frau mit einer Spindel und spann eimsig Flachs.

„Guten Tag, du altes Mütterchen“, sprach die Königstochter, „warum spinnst du hier?“

„So spinne ich hier Flachs. Schon seit etlichen von Jahren“, sagte die Alte.

„Lasset mich auch mal spinnen. Dies Arbeit sieht mir interessant aus. Lasset mich es auch einmal probieren“, sprach die Prinzessin, nahm die Spindel und wollte auch spinnen. Kaum hatte sie aber die Spindel angerührt so ging der Zauberspruch in Erfüllung, und sie stach sich damit in den Finger.

In diesem Augenblick, wo sie den Stich empfand, fiel sie auf das Bett nieder, das da stand und lag in einem tiefen Schlaf. Das Mädchen versuchte die Königstochter zu wecken, doch es hatte keinen Sinn. Sie lief in den Saal voller Gäste und benachrichtige diese was geschehen war. Die Königin, die mit schnellem Schritte den Turm bestieg, betrachtete ihre schlafende Tochter im Bette in mitten des Turms.

Jed Versuch sie aus dem Schlaf zu wecken scheiterten. Das Mädchen, das jeden Tag am Bette saß, zerbrach sich den Kopf: „So was soll ich tun? Welch Möglichkeit soll es geben, dich zu wecken, du wundervoller Mensch. Jahre vergehen und deine Schläfrigkeit, sie will nicht enden. Alles versucht, dass haben wir all, doch kein Öffnen deiner funkelnden rehbraunen Augen. So vermiss ich dich, dein Strahlen, dein Lachen, deine Freude. Vermiss dich so, so wache auf. Bis dahin, ja, so will ich an deinem Bette wachen, dich beschützen, bis du erwachst aus deinem Traum.“

Nach langen, langen Jahren schlief die Königstochter immer noch. Rings um das Schloss war eine Dornenhecke gewachsen, die jedes Jahr höher ward und jetzt das ganze Schloss umzog und darüber hinauswuchs. Das Mädchen voller Traurigkeit und Verzweiflung. So wollte sie die Prinzessin nie mehr missen, aber so war es geschehen. Einsamkeit durchzog ihr Leben und jeden Tag war ihr Kopf von der Prinzessin erfüllt. Eines Tages dachte sie an die Wünsche, die sie sich erzählten. „So wünsch ich mir einen Mann, der mich zum Lachen bringe, mich voller Liebe und Herzlichkeit erfüllt. Einen Manne, der mich glücklich macht“, sprach die Prinzessin damals. Nach längerem Denken an diesem Wunsch ließ sie im Königreich verkünden, dass ein Manne von besondrem Arte für die Prinzessin man suche. Geritten kamen sie auf hohem Ross und versuchten die Königstochter mit einem Kuss zu wecken. Doch alles erfolglos.
Doch dann eines Tages, kam ein Manne, deren Besonderheit man es schon ansah, von weitem Blicke. So begleitete das Mädchen ihn zur Prinzessin und hoffte, dass dieser sie weckte. Doch es geschah nichts. Voller Verzweiflung begann das Mädchen zu weinen, und die Tränen, die im Sonnenschein glänzten, fielen auf die Prinzessin. Der Mann nahm sie in den Arm um sie zu trösten und sprach: „Die Besonderheit dieses Wesens verzaubert einen im puren Anblick. Ein Lächeln zaubert es mir ins Gesicht, wenn meine Augen auf ihres streichen. Das Glück, des puren Wortes, ersprüht mein Herz beim Erblicken eines solchen Wesens. Fürchte dich nicht Mädchen. Das Wissen, dies Frau gekannt zu haben im purem Sein, sollte deine Tränen trocknen und dich mit Freude erfüllen.“ So küsste er sie noch einmal auf ihre zarten Lippen und eine Träne beider Menschen die sie so liebten fiel auf die Prinzessin. „Ein Blick auf deine Augen, ein vernehmen dieses wahrscheinlich so wundervollen Glanzes. Die Augen, die deine Persönlichkeit, die Wärme ausstrahlten, deiner wundervollen Art“, sprach der Mann, als er sich schon abwenden wollte um zu gehen. Doch dann öffnete die Königstochter ihre Augen und blicket ihn ganz freundlich an. Der Mann half ihr aus dem Bette und die Prinzessin strahlte, als sie das Mädchen sah. Voller Freude umarmte sie diese. Dann gingen die Prinzessin und der Mann herab und glückes Strahlen durchsonnte die Augen der Menschen, die die Prinzessin sahen.

Die eng verbundene Freundschaft und die Liebe hatten sie aus dem Schlaf gerettet.


Schätze die Freundschaft, schätze die Liebe, schätze die Menschen. Schätze das Leben mit ihnen. Ein Leben voller glückes Freude ists, wenn du siehst, wer dich liebt und schätzt.
 

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